Jakob-Zollinger-Nachlass geordnet, Biografie in Arbeit
Seit dem Frühling 2016 hatte der Egger Historiker Walter Bersorger den Nachlass von Jakob Zollinger im Dürstelerhaus in Unter-Ottikon geordnet und katalogisiert. An der Generalversammlung des Dürstelerhausvereins stellte er seine Arbeit vor und gab Empfehlungen zur weiteren Pflege der Bestände. Im Herbst 2019 erschien zudem eine Biografie über den 2010 verstorbenen Gossauer Lehrer und Forscher.
Jakob «Kobi» Zollinger (1931 – 2010) wuchs als jüngstes von sechs Kindern in einer Herschmettler Kleinbauernfamilie auf. Der aufgeweckte Knabe erkundete früh seine nähere Umgebung und liess sich später zum Primarlehrer ausbilden. In Dietikon, Schlatt, Hirzel und schliesslich 32 Jahre lang in Herschmettlen übte er seinen Beruf aus. In seiner Freizeit widmete er sich Studien zu Natur und Geschichte seiner Heimat und ihrer Bewohner. Er publizierte Zeitungsartikel und Bücher, die er als begabter Gestalter auch selbst illustrierte. Zudem wirkte er als versierter Führer im Ritterhaus Bubikon und im Städtchen Grüningen.
Als Pionier erforschte er die Bauernhäuser des Oberlandes, insbesondere das Flarzhaus. Stets zog es ihn auch hinaus in die Natur: Er erwanderte seine Umgebung und erstieg sämtliche Gipfel des Herschmettler Gerbel-Panoramas.
In besonderem Mass setzte er sich in seiner Wohngemeinde Gossau ein. Kaum dorthin zurückgekehrt, verhinderte er zusammen mit Gleichgesinnten den Abriss des Dürstelerhauses und des Fabrikli. Ab 1974 wirkte er über viele Jahre in der Betreibergruppe des Ortsmuseums. Vierjährlich gab er zusammen mit Kollegen die Schriftenreihe «Gossau deine Heimat» heraus. 2003 verlieh ihm die Universität Zürich die Würde eines Ehrendoktors für seine Verdienste um Kultur und Natur.
Im April 2010 verstarb er an seinem Alterssitz in der Ottiker Chindismüli. 2019 erschien im Verlag Hier und Jetzt die Biografie «Jakob Zollinger – vom Flarzbub zum Ehrendoktor». Den umfangreichen Nachlass hatten seine Gattin Elisabeth und die drei Kinder der Gemeinde Gossau vermacht. Er befindet sich heute im Dürstelerhaus.
Impressionen