
Stein und Holz – Skulpturen und Bilder
Wir sind Sammler. Seit vielen Jahren teilen wir die Faszination für Kiesel und besondere Hölzer, sowie die Freude an Farben, Formen und Strukturen in der Natur. So sind viele Zeugen unzähliger gemächlicher Reisen durch Europa Teil unseres Alltags geworden.
Wie war es nun dazu gekommen, diesen Materialien eine andere, eigene Gestalt geben zu wollen? Vor gut zehn Jahren hatten wir von der Möglichkeit gehört, an Bildhauerwochen in der Toscana teilzunehmen. Die im Steinbruch von Carrara selbst ausgewählten Marmorbrocken zu Skulpturen umzuformen, war ein fast magisches Schlüsselerlebnis gewesen. Dieser ganz andere Zugang zu Stein hatte uns so sehr fasziniert, dass wir nicht mehr davon losgekommen waren. Auch die geniale Begleitung in diesem Metier durch Franziska Dora und die angenehme Gemeinschaft in der Kunstschule Wetzikon bedeuteten uns viel.
Dass wir beide dieselbe Leidenschaft pflegten, war kein Wunder: Lust zur Gestaltung, Freude am Handwerk und an der Umsetzung von Ideen lag in unserem Wesen. Die vertiefte Auseinandersetzung mit Steinen und Hölzern hatte uns eine neue Sicht eröffnet. Die Gegenstände bekamen eine zusätzliche Geschichte: Der Prozess der künstlerischen Umgestaltung fügte sich zur Geschichte der Entstehung in der Natur und zum Weg in unsere Hände aus stillgelegten Steinbrüchen, von Ufern und aus Gärten.
Jedes Werkstück hatte seinen eigenen Charakter, erforderte Einfühlung und einen entsprechenden Umgang. Zollte man ihm Respekt, belohnte es mit in sich stimmenden Formen, überraschender Färbung und Zeichnung. Der Zugang begann ganz unterschiedlich – durch ein Thema, eine klare Vorstellung oder die Form des Grundmaterials. Oft entwickelte sich die Gestalt, gegenständlich oder abstrakt, intuitiv unter der Hand mit dem Werkzeug. Diese meditative Arbeit war eine wunderbare Bereicherung.
Ein besonderer Aspekt war die Kombination von Stein mit Holz oder anderen Materialien.
Spannend blieb, dass wir zwar einvernehmlich dasselbe taten, aber mit einer ganz persönlichen Handschrift und auf unsere eigene Weise – nicht nur den Stein, auch den Anderen respektierend. Seit kurzem hatten wir grössere Stücke sogar mit viel Spass gemeinsam gestaltet, nur mit einem Thema als Vorgabe. Und weil wir Vulkangestein nicht importieren konnten, hatten wir Lava-Strukturen mit der Kamera festgehalten und zu faszinierenden Bildern vergrössert.
Jedes Werk bekam seinen passenden Platz. So hatten sich mit den Jahren Haus und Garten gefüllt – und wir konnten uns nun sogar vorstellen, einige Skulpturen weiterzugeben.
Im Herbst 2017 waren sie für eine Weile umgezogen, von Dürstelen-Hittnau ins Dürstelerhaus Ottikon-Gossau.
Wir hatten uns sehr gefreut und waren gespannt gewesen, wie sie in neuer Gruppierung wirken würden.
Ursula und Hugo Löwy, Hittnau
Impressionen







